Joi-Design: Gesellschaftliche Prozesse anstoßen

Viel Grün, schöne Gründerzeitvillen und Wassernähe - Alsterdorf, der Stadtteil, in dem JOI-Design seinen Sitz hat, gehört zu den beliebtesten Vierteln Hamburgs. Vor gut 10 Jahren hat das renommierte Innenarchitekturbüro für Hospitality hier eine historische Backsteinvilla aus den 1920er Jahren bezogen. „Wir wollten nicht nur tolle Projekte für andere entwickeln, sondern auch für uns und unser Team einen besonderen Platz zum Arbeiten haben“, erklärt Corinna Kretschmar-Joehnk, die mit ihrem Mann Peter vor knapp 40 Jahren JOI-Design gegründet hat. Heute gehört das Büro europaweit zu den führenden Interior-Studios. Ihren Firmensitz haben sie zum echten Wohlfühlort ausgebaut. Nicht nur für das große, rund 35-köpfige Team ein toller Platz zum Arbeiten, auch Besucher und Kunden fühlen sich hier willkommen. Vom einladenden Foyer geht es in den lichterfüllten Meeting-Raum, dessen Wände mit Original-Malereien aus dem Baujahr belegt sind. Durch die hohen Fenster fällt der Blick auf den parkähnlichen Garten mit Zugang zum Alsterlauf. Unter Bäumen lässt sich relaxt die Mittagspause genießen, mit den Hunden durch den Garten tollen – es gibt einige Vierbeiner im Haus – oder auf einen After-Work-Drink verabreden. Klar, dass hier schon diverse Feste gefeiert wurden. Firmen-Events ebenso wie private Partys vom Team. Im kommenden Jahr wird hier sogar die Hochzeit einer Kollegin über die Bühne gehen. Ein Ort also, der mehr ist als ein Arbeitsort. Ein Ort, der verbindet und an dem man gerne gemeinsam Zeit verbringt.

Werte & Designphilosophie

Zugleich ein Ort, der die Werte widerspiegelt, die JOI-Design für seine Designphilosophie definiert hat, wie etwa der Sharing- und Community-Gedanke. „Der Mensch steht immer im Mittelpunkt unserer Ideen und Konzepte. Wir möchten Menschen connecten und zusammenbringen“, sagt Innenarchitektin Sabrina Voecks, Managing und Creativ Director. Empathie, Einfühlungsvermögen und Begeisterungsfähigkeit sind die Schlüsselfaktoren in der Zusammenarbeit mit Kunden. „Wir wollen unseren Auftraggebern keine Konzepte überstülpen, sondern sie mitnehmen und begleiten auf dem Weg und im Design-Prozess“, ergänzt Corinna Kretschmar-Joehnk. So entstehen enge Beziehungen, die auf Vertrauen aufbauen. Die Basis für erfolgreiche Projekte. Jedes neue Projekt beginne immer mit der Geschichte und Kultur des Ortes, erklärt Sabrina Voecks. Welche Geschichten hat der Ort zu erzählen? Was verbindet ihn mit der Kultur des Landes? Aus welcher Zeit stammen das Haus und die Architektur? Themen, die akribisch recherchiert, im Dialog mit den Kunden herauskristallisiert und für Nutzer, Gäste oder Bewohner erlebbar gemacht werden. Entsprechend der Storyline gilt es dann, Materialien, Farben und Oberflächen zu finden, die sich authentisch in das Gesamtkonzept einfügen und – ganz elementar – als nachhaltig zertifiziert sind. Als Grundlage dienen die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der UN.

Rund um den Globus aktiv

Nach diesen Guidelines werden unverwechselbare Konzepte für die internationale Hotellerie erarbeitet. Immer mit dem Ziel: bei den Gästen besondere Erinnerungen an Hotel-Aufenthalte im Gedächtnis zu verankern. Über 600 Hospitality-Projekte rund um den Globus wurden in den vergangenen Jahrzehnten geplant und umgesetzt. Sehr viele davon prämiert. Vom Low Budget-Hotel wie etwa das „Moxy“ oder „Ginger“ über namhafte, international agierende Hotel-Ketten (z.B. Hilton, Marriott oder Hyatt) bis hin zu Luxusresidenzen wie das „Steigenberger“ und die „Fraser Suites“. Ein besonders ambitioniertes Projekt entsteht gerade für die bedeutende indische Highend-Brand Taj, mit Sitz in Mumbai – es wird deren erstes Haus in Kontinentaleuropa. Sabrina Voecks: „Das Luxus-Projekt, an dem wir mit Hochdruck arbeiten, soll noch in diesem Jahr in Frankfurt an den Start gehen.“

"Vilvif" - Exklusiv-Residenz für Silver Surfer

Ihren reicher Erfahrungsschatz aus dem Hospitality-Bereich bringt JOI-Design inzwischen auch in diversen anderen Bereichen ein. Dazu gehören u.a. der Kreuzfahrt-Sektor, die Office- und Unternehmens-Gestaltung, das Wohnen auf Zeit sowie das an Bedeutung gewinnende Segment Senior Living. Sabrina Voecks: „Wir beobachten gesellschaftliche Veränderungen sehr genau und sind davon überzeugt, dass wir mit unserer Gestaltung auch gesellschaftliche Prozesse anstoßen und beschleunigen können.“ Neu gedachte, attraktive Projekte für Ältere gäbe es noch viel zu wenig, obwohl seit langem klar sei, dass die riesige und zum Teil durchaus gut verdienende Generation der Baby Boomer in den kommenden Jahren verstärkt nach attraktiven Wohnkonzepten fürs Alter Ausschau halten wird. Mit ihrem Projekt „Vilvif“ hat sich JOI-Design hier jüngst eindrucksvoll positioniert: Mit einer exklusiven Residenz für Silver Surfer in 1A-Lage in der Hamburger Hafencity, für die sie mit der Gestaltung der großzügigen Public Areas beauftragt wurden. „Ein Projekt, an dem wir mit ganz viel Passion und Leidenschaft gearbeitet haben, weil wir den Bewohnern nicht nur ein wunderschönes Zuhause bieten wollen, sondern einen echten Mehrwert. Deshalb haben wir es ‚Haus voller Möglichkeiten‘ genannt mit diversen Optionen der Freizeitgestaltung, die es leicht machen mit anderen in Kontakt zu treten.“ So gibt es neben der Lobby diverse Community-Areas für ein geselliges Zusammenkommen: ein Wohnzimmer mit Kamin, eine Library sowie Spiel-, Sport-, Yoga- und Wellness-Bereiche inklusive Pool. Zudem stehen den Bewohnern hauseigene Ateliers, Werkstätten und Räume für Vortrags- und Diskussions-Veranstaltungen zur Verfügung.

"Lively" – Lifestyle für Best Ager

Mit dem „Lively“ in Gronau, weitere Standorte sind Duisburg und Mülheim, hat JOI-Design ein weiteres innovatives Wohnkonzept für Best Ager umgesetzt – konzipiert als generationsübergreifender Lebensraum, ergänzt durch eine Pflegeeinrichtung und ärztliche Versorgung. Sowohl das „Vilvif“ als auch das „Lively !“ sind Vorzeigeprojekte für die sich rasant ändernden Bedürfnisse an das Wohnen im Alter. Auch wenn beide Konzepte auf eine eher gut bis sehr gut situierte Klientel ausgelegt sind, sieht Innenarchitekt Thomas Scholz, Managing und Finance Director bei JOI-Design, durchaus Möglichkeiten diese auch auf weniger anspruchsvolle Projekte zu übertragen: „Wenn es um eine hochwertige Ausstattung geht, funktionieren diese Konzepte natürlich besser in höherpreisigen Segmenten. Aber das Konzeptionelle lässt sich auch in
andere, preislich attraktivere Konzepte übersetzen.“

Generationenwechsel inhouse

Seit letztem Jahr hat sich bei JOI-Design – fast unmerklich – ein Generationenwechsel vollzogen. Bereits vor gut 10 Jahren hatten Peter Joehnk und Corinna Kretschmar-Joehnk entschieden zu einem bestimmten Zeitpunkt die Unternehmensleitung in jüngere Hände zu übergeben. Im Frühjahr 2024 war es dann soweit (siehe: arcade 3/24). „Es war ein sorgfältig und lange Jahre im voraus geplanter Wechsel“, erklärt Peter Joehnk. „Wir haben eine interne Lösung angestrebt, um die Kontinuität im Team zu gewährleisten und unsere DNA zu bewahren und sind mit unseren drei Nachfolgern sehr glücklich.“ Die drei: Sabrina Voecks, Barbara Wiethoff und Thomas Scholz waren alle schon lange im Unternehmen tätig und agierten bereits einige Zeit als Partner, bevor sie gemeinsam die alleinige Führung übernahmen. Mit
ihrem breit aufgestellten, interdisziplinären Team schreiben sie die Erfolgsgeschichte weiter.

JOI-Design India

Für das Gründerpaar geht die Reise ebenfalls spannend weiter, auch wenn sie nicht mehr im Tagesgeschäft aktiv sind. Als Senior Advisor fungieren sie als Markenbotschafter für JOI-Design und ihre Expertise ist in der Branche auch weiterhin gefragt. Corinna Kretschmar-Joehnk ist als Jurymitglied in verschiedenen Wettbewerben tätig und wird oft und gerne als Speakerin eingeladen. Soeben kommt sie mit ihrem Mann von einer großen Vortragsveranstaltung aus Indien zurück, wo es bereits seit 2018 ein eigenständiges Büro gibt: JOI-Design India, das vor Ort eigenständige Projekte umsetzt. Manche regionalen Gepflogenheiten in der Kommunikation stellen das deutsche Team zwar hin und wieder vor Herausforderungen, „gleichzeitig empfinden wir die Zusammenarbeit als große Bereicherung und haben die indische Kultur sehr schätzen gelernt“, erklärt Corinna Kretschmar-Joehnk. Was Arbeitsstrukturen und -abläufe angeht, seien uns die Inder sowieso um Längen voraus, ergänzt Sabrina Voecks. „Das Verrückte ist, dass wir Deutschen uns immer noch einbilden, dass wir in Sachen Arbeitsethos anderen Ländern wie Indien oder China überlegen wären, dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Sie haben uns längst abgehängt.“ Auch in arabischen Ländern nimmt die Innenarchitektin eine ähnliche hochprofessionelle Arbeitsweise wahr. „Wir haben zum Glück unseren kulturellen Background und unsere Designphilospohie mit der wir international punkten, aber was Projektabläufe und Geschwindigkeit angeht, hat uns die arabische Welt ebenso wie China und Indien lange überholt.“

ID Developers & Green Hospitality Conference

Peter Joehnk hat kürzlich eine weitere Firma gegründet: ID-Developers. Ein Unternehmen das Firmen berät, die ins Hotel-Business einsteigen wollen. Darüber hinaus plant er in Zusammenarbeit mit der Internorga im März 2026 in Hamburg eine große Konferenz zum Thema „Green Hospitality“. Ans Nichtstun denken die beiden Gründer also noch lange nicht. Wer ihnen auf Social Media folgt, staunt nicht schlecht über das beachtliche Reisepensum der Weltenbummler. Ob Bangkok, Mumbai, Barcelona, Kopenhagen oder Shanghai – viel und gerne in der Welt unterwegs zu sein ist Bestandteil ihres Lebensstils. Genauso wie ihre Liebe zur Spitzengastronomie – beide sind leidenschaftliche Gourmets. Und gutes Essen gibt es schließlich überall auf der Welt. joi-design.com

Heike Gessulat
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